„Ich habe in meiner Zeit bei Wax Industri viel gelernt. Ich bin stolz darauf, dass ich es so weit gebracht habe, dass ich neue Modelle entwickeln kann“, sagt die 32-jährige Sumiati. Sie erwirtschaftet das einzige stabile Einkommen der Familie. Partnerschaft: Matthias Kroth und Ong Wen Ping: v.l.: Ong Wen Ping, Geschäftsführer von Wax Industri mit GEPA-Geschäftsführer Matthias Kroth. Seit 2014 bezieht die GEPA handgegossene Kerzen aus nachhaltigem Palmwachs von Wax Industri aus Indonesien.

Die GEPA blickt positiv in die Zukunft

Umsatzsteigerung auf rund 69 Millionen Euro – ab Herbst gibt es ein neues Handwerkssortiment

Mit einer Umsatzsteigerung um 3 Prozent ist die GEPA im Jahr 2015 auf rund 69 Millionen Euro Großhandelsumsatz geklettert. Verbraucherinnen und Verbraucher kauften für rund 110 Millionen Euro (Umsatz zu Endverbrauchspreisen)  Waren aus Fairem Handel der GEPA, meistens  Kaffee, Schokolade, Tee, Honig und Handwerksartikel ein. Rückläufige Zahlen beim Handwerk lassen eine neue Strategie und einen Ausverkauf einiger Handwerkprodukte nötig werden.

 „Unsere Markenstrategie mit ,fair plus‘ hat auch maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg beigetragen, da wir uns weiterhin gut in einem umkämpften Markt positionieren konnten. Wir danken allen Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie Engagierten, dass sie den Fairen Handel der GEPA nicht nur im Jubiläumsjahr so unterstützt haben“, erklärte GEPA-Geschäftsführer Matthias Kroth. „Sichtbarer Ausdruck der Verbraucherwünsche, die uns im Jubiläumsjahr auf den Weg gegeben wurden, ist die Sonderedition ,40 Jahre – Gute Wünsche‘. Zitate setzen ein Zeichen für die Zukunft auf den „Lieblingsprodukten“ – eine Bio-Kaffeemischung, eine Bio-Vollmilchschokolade und ein Bio-Darjeeling-Tee. Auch in den nächsten 40 Jahren wollen wir mit vereinter Kraft gemeinsam mit Verbrauchern, Fair Handelsbewegung und Politik weiter daran arbeiten, den Welthandel gerechter zu gestalten.“

Neue Handwerksstrategie komprimiert das Sortiment auf das Wesentliche

Insgesamt verzeichneten Handwerksprodukte einen Rückgang von 4 Prozent auf 1,8 Millionen Euro, bedingt durch eine zunehmende Anzahl von Mitbewerbern. Im Rahmen einer neuen Handwerksstrategie soll ein optimiertes attraktives Sortiment ab Herbst 2016 einerseits noch stärker die Trends in Nachhaltigkeit, Materialien und Wohnwelten aufgreifen, andererseits Schwerpunkte in Produktbereichen mit dem größten Potential setzen und die handwerklichen Kompetenzen der GEPA-Handelspartner fördern. In diesem Zusammenhang wird es neue Produkte, eine neue Sortimentsstruktur und neue Kollektionen ab dem Herbst geben.

So wird der Fokus auf die Produktbereiche mit dem größten Potenzial gelegt, um vorhandene Stärken auszubauen. Eigene GEPA-Produktentwicklungen, meist mit bereits vorhandenen Handelspartnern sowie die Förderung der handwerklichen Kompetenzen der Handelspartner sollen erstellt werden. Es gilt, das Augenmerk auf Wertigkeit und Einzigartigkeit der Produkte zu legen. Die Produkte sollen erfolgreich verkäuflich sein in Weltläden und Gruppen und darüber hinaus in passenden Fachgeschäften. Entsprechend werden Katalog, Verpackung und Etiketten neu gestaltet.  

Armut bekämpfen durch neue Arbeitsplätze in Ostjava

Seinen Beitrag zu gerechterem Handel leistet auch der GEPA-Partner Wax Industri aus Indonesien. Ong Wen Ping ist Geschäftsführer der Kerzenmanufaktur in einem wenig entwickelten Landstrich in Ostjava. Wax Industri war das erste größere Unternehmen, das in dieser abgelegenen Gegend Arbeitsplätze schaffte. Frauen erhalten hier besondere Chancen. Die Kerzen aus nachhaltigem Palmwachs werden in Handarbeit gegossen, poliert und verpackt. Ong Wen Ping hat sich dabei ganz bewusst gegen Maschinen entschieden. „Was hätte es für einen Sinn gehabt, eine Fabrik hinzustellen, um billig zu produzieren? Nur wenn die Menschen hier ein stabiles Einkommen und gute Arbeitsbedingungen haben, können wir alle friedlich und ohne Kriminalität leben“, sagt der engagierte Firmengründer. „Wir bekämpfen durch den Fairen Handel die Armut in unserer Region, aber wir bekämpfen nicht Menschen, die arm sind. Der Dialog mit der GEPA unterstützt uns dabei, den Fairen Handel und unsere Produkte weiterzuentwickeln.“

Vertriebsbereiche

Der Vertriebsbereich Weltläden und Aktionsgruppen konnte mit rund 22 Millionen Euro seinen Umsatz 2015 um gut 1,3 Prozent leicht über Vorjahresniveau steigern. Der Anteil von GEPA-Produkten in Weltläden liegt bei über 50 Prozent. Erstmals hat die GEPA eine eigene Stelle zur Unterstützung der Neugründung von Weltläden eingerichtet. In Zukunft ist ein Premium-Ladenkonzept für Handwerk geplant, mit dem sich Weltläden besonders profilieren können.

Der Vertrieb Lebensmittel-, Bio- und Naturkosthandel erhöhte seinen Umsatz um 8,6 Prozent auf rund 25,5 Millionen Euro. So konnte bei Schlüssel-Kunden aus dem Lebensmittel- und Bio-Fachhandel der Umsatz gesteigert werden. Ein neues Holzdisplay für Aktionen und Zweitplatzierungen führte zu erfolgreicher Ausweitung der Distribution im Bio-Handel.

Der Vertrieb Außer-Haus-Service (z.B. Firmenkantinen oder Bildungseinrichtungen) konnte ein leichtes Plus um rund 1 Prozent auf 7,7 Millionen Euro verbuchen. Als Kunde wurde beispielsweise das Deutsche Fußball Museum in Dortmund gewonnen. 2016 schenkt mit der Landesgartenschau Eutin erstmals eine deutsche Gartenbau-Ausstellung GEPA-Kaffee aus. Beim DFB-Pokalfinale in Berlin am 21.5. ist die „café si-Bar“ der GEPA wieder präsent.

Der Umsatz im Bereich Ausland/Verarbeiter ist um 4,8 Prozent auf rund 12,8 Millionen Euro gesunken. Hier handelt es sich vor allem um Auswirkungen von Rohwarenverkäufen an europäische Fair Handelsorganisationen. Diese schwanken je nach Verfügbarkeit.

Der Onlineshop für Endkunden konnte sich um 29,1 Prozent auf rund 0,9 Millionen Euro Umsatz steigern. Für Interessenten von veganen Produkten wurde das GEPA-Sortiment in einer eigenen Shop-Kategorie hervorgehoben. Der Ausbau von Kundenservice und Suchmaschinenoptimierung trug ebenfalls zur Steigerung bei.

Produktgruppen

Im Jubiläumsjahr 2015 entwickelten sich die Lebensmittelsortimente weiter gut: Der Bereich Lebensmittel gesamt wuchs um 6,6 Prozent auf 37,5 Millionen Euro. Spitzenreiter sind hier die Schokoladenprodukte mit einer Umsatzsteigerung von 17 Prozent auf 14,7 Millionen Euro. Der Renner sind die Sorten „Fleur de Sel“ mit einem Absatzplus von 71,2 Prozent, die „Café Blanc“ mit 67,2 Prozent und die Bio Cardamom mit 41,5 Prozent mehr Absatz. Auch loser Kakao konnte um 16,8 Prozent auf 7,6 Millionen Euro zulegen.
Kaffee verzeichnete einen leichten Rückgang um 1,1 Prozent auf 29,5 Millionen Euro. Der Trend zu Kaffeeraritäten setzt sich fort: Neu eingeführt wurde hier der Bio Café Machu Picchu aus Peru.
Tee steigerte sich um 6,2 Prozent auf 3,9 Millionen Euro. Die im letzten Jahr neu eingeführten Wellness-Tees kamen gut an.

 


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